Das Grafenauer Stadtwappen

Grafenauer Stadtwappen

Übersetzung der Urkunde (Quelle: Buch "600 Jahre Stadt Grafenau"):

"Wir Friederich von Gottes Genaden Pfalltzgrave bey Rein, Hertzog in Bairn, der Hochgeborenenn fürsten unser lieben Vettern Hrn. Ott Heinrichs und Herrn Philipps Pfalltzgraven bey Rein, Hertzogen in Nidern und Obern Bairn, gebrüdern verordneter Vormunder und Curator, Bekhennen offentlich mit dem Brief und thuen kunt allermenigkhlich, Nachdem uns uner lieb getreuer Burgermaister, Rath und Gemain unser Stat in der Gravenaw in unserem Lanndtgericht Pernstain gelegentlich zu erkhennen geben, Wie Sy bisher eigens Insigl nit gehabt und Uns gebetten Sy und Gemeine Stat Gravenaw mit einem Wappen genedigklich zu versehen, Solch Ir unnderthenig bitten und guetwillige Dienst, so Sy uns bisher gethan, Wir angesehen und darauf dem bemelten Burgermaister, Rath und gemainer Stat in der Gravenaw und all Ir Nachkommen mit dem hernach geschribnen Wappen und Klainot von Neuem genedigklich versechen und begabt haben, mit Namen ainen Schillt gethailt, im obern thaill ettlich wegk punctiert von weißer und plaber laßur Varben auf dreien Linien gleich dem Bairlanndt unnd der unndere halb thaill desselben Schilts von gelber Varb, darinnen ain Weiße maur mit zwaien Zinnen über zwerch in demselben thaill des Schilts herab liegend, in der ainen Zinnen ain Per seiner natürlichen Varb und gestalt mit seinem haupt, vordern tatzen und ausgeworffenen Zungen als dan solches in mitten dieses unseres Briefs gemalt und mit Varben aigentlicher angestrichen ist.

Versechen und begaben Sy auch damit von Neuem wißentlich in Kraft diß Briefes, also daß anfüro die gedachten Burgermaister, Rath und Gemaine Stat in der Gravenaw und all Ir Nachkommen für und für in ewig zeit solch Wappen und Klainot haben, die in allen redlichen sachen und geschäften zu Schimpff und Ernst, zu Veld und Streit füren, Auch in Insigln und allen zimblichen anderen nach Irer Notturfft und Bedarf allewiglich gebrauchen sollen und mögen. Doch allen andern, die vielleicht gleichen Wappen und Kleinot vorhinein gehabt, sind diß Wappen, Klainot und Rechten unschedlich. Und des zu Urkund haben wir unser Vormundschafts Insigl darauf thun hangen. Der geben ist am Pfintztag nach unser lieben Frauen Lichtmeßtag nach Christi unseres lieben Herrn geburtt funff: zehenhundert und im achten Jar"120

Die Originalurkunde über die Verleihung des Stadtwappens 1508 befindet sich im Stadtarchiv. Das Wappen zeigt einen geteilten Schild mit weißen und blauen Rauten in der oberen Hälfte. Der Bär zwischen den Zinnen steht für die Burg Bärnstein, zu der Grafenau einst gehörte, die Zinnenmauer symbolisiert die Wehrhaftigkeit der Stadt.

Urkunde

Urkunde der Wappenverleihung am 03. Februar 1508
Urkunde der Wappenverleihung am 03. Februar 1508